Wanderung zum Mauna Loa

Wanderung zum Mauna Loa

Die Wanderung zum Mauna Loa (4039m) in 3 Tagesetappen

Vertraue und folge deinem Herzen

Auf meiner ersten Hawaiireise rief mich bei meiner Insel Rundreise der Moku`aweoweo Krater zu sich. Nach dem Besuch der Schildkröten am schwarzen Sandstrand fuhr ich ganz gemütlich und gelassen zum Kilauea Visitor Center im Volcanoes National Park. Um mich für meinen Hike anzumelden. Der Ranger dort stellte mir Fragen und viele schriftliche Formalitäten waren zu klären. Unter anderm die Frage, wen sie im Notfall benachrichtigen sollten. Ich spürte ein gewisses Unwohlsein in mir aufkommen, da er immer wieder fragte, ob ich mir wirklich sicher bin, dass ich dort hoch gehen möchte. Ja, ich war mir sicher. Mein Entschluß wurde mir noch von einer Rangerin bestätigt, die hinzugekommen war. Ich soll nur hochgehen, es ist ein wunderschöner Weg und alles so natürlich und rein.

So ging ich ins Auto zurück und fuhr die Mauna Loa Road ( 11 milen ) hoch zum Ausgangspunkt des Weges. Wunderschöne Gräser, Farne, Sträucher und Bäume in verschiedenartigen kraftvollen Grüntönen standen am Wegesrand. Weiter oben folgten abgebrannte Landstriche vom Lavafluss. Und immer wieder die einheimischen Koabäume mit Ohia e lehua.

Ich spürte wie die Fragen des Rangers immer noch in mir nachwirkten. Doch ich war fest entschlossen diesen Weg zu gehen. In meinen Rucksack packte ich die notwendigsten Dinge wie Wasser, Äpfel, Karotten, Brot, Schlafsack, Zahnbürste, Creme und T Shirt, ein. Mein Ziel war mit leichtem Gepäck zu wandern. Beim strahlenden blauen Himmel machte ich mich fröhlich auf den Weg in eine neue Welt. Das Landschaftsbild veränderte sich schon sehr bald. Ich wanderte nur noch durch dunkelgraues, schwarzes Lavagestein. Ab und zu blühte noch ein kleines Pflänzchen und hörte ich Vogelgezwitscher. Dann kehrte eine große Ruhe ein, keine Geräusche mehr. Stille und Frieden dehnten sich aus und der Horizont war grenzenlos.

Plötzlich breitete sich in mir ein Unruhe aus. Da es bereits schon spät am Nachmittag war und ich die Wegstrecke zur Red Hill Cabin nicht kannte. Doch meine Füße trugen mich geschwind über das rauhe Lavagestein und nach 4 1/2 Stunden erreichte ich glücklich, beim Sonnenuntergang mein Ziel. In der Red Hill Cabin traf ich auf ein Ehepaar aus Texas. Sie waren ein Geschenk des Himmels, da sie mir das Regenwasser für meinen weiteren Weg filterten. Dankbar und zufrieden legte ich mich schlafen.

Am nächsten Morgen startete ich beim Sonnenaufgang meine Tour zur Mauna Loa Summit Cabin ( 4039 m ) . Ich fühlte mich sehr wohl und sah jetzt erst die Schönheit dieses Platzes. Die verschiedenartigen Rottöne des Vulkansgesteins verliehen dem Platz eine sehr spezielle Ausstrahlung. Auch mein weiterer Weg war sehr toll und beeindruckend – dieses Werk der Schöpfung lässt sich nicht in Worte fassen, staunen über staunen … , weite breite Lavafelder in den unterschiedlichsten Farbnuancen, grenzenloser Horizont, Stille, Frieden, strahlend, königsblauer Himmel und Sonnenschein. Ich ging sehr achtsam und bewusst Schritt für Schritt – und kam immer näher an mein Ziel. Doch am Ende zog sich das Ganze hinaus – müde, schwere Beine von dem harten, groben Lavagestein… Und in mir spielte sich mein ganzes Leben ab, wie in einem Film, alles was und wer mich begleitet hat. Ich erkannte einen roten Faden, der sich durch mein gesamtes Leben zog. Und jetzt war der Zeitpunkt der Umwandlung. Immer wieder hörte ich die Stimme in mir, vertraue und folge deinem Herzen. Dann bist du 100% richtig, dein Herz sagt dir immer die Wahrheit…

Mein Herz war hoch erfreut, als ich oben angekommen bin. Der Krater stieß zur Begrüßung zwei Rauchwolken in die Luft. Und ich war sprachlos, so etwas habe ich noch nie gesehen. Ein riesengroßes Feld ( etwas größer, wie das Spielfeld eines Fußballplatzes ) in so schlammig grauer Masse, blubberte sehr vergnügt in unterschiedlichsten Geräuschen vor sich hin, als ob eine Suppe kochte. Es war sehr bezaubernd, ich ruhte mich aus und beobachtete dieses Naturschauspiel. Der Platz schenkte mir sehr viel Freiheit, Leichtigkeit und Erlösung.

Voller Dankbarkeit ging ich in die Cabin, hier bekam ich eine heiße Suppe geschenkt und mein Wasser wurde gefiltert. Als die Sonne sich senkte legte ich mich hin, und schlief tief und fest.

Besonders schön war am nächsten Morgen der Sonnenaufgang. Bei einer heißen Tasse Tee genoss ich sehr diesen Ausblick, diese Weite und spürte die Unendlichkeit. Und dann machte ich mich auf meinen Rückweg. Ausgeruht in guter Laune schaute ich nochmals zurück zum Krater, dieser stieß nocheinmal eine Rauchwolke in den leuchtenden hellblauen Himmel. In mir hat sich einiges verändert – ich ging jetzt den Weg im vollen Bewusstsein. Ich nahm die Natur anders war, ich fühlte ihre Lebendigkeit und Schönheit in allem. Es war unglaublich, voller Liebe, Leichtigkeit, Frieden, Geborgenheit und Vertrauen. Ich ging singend und tanzend und ab und zu kullerten mir ein paar Heilungstränen über die Wagen. Im Getragen sein folgte ich dem Weg zur Red Hill Cabin. Glücklich und müde erreichte ich mein Ziel am späteren Nachmittag. Ich suchte mir dann einen Aussichtsplatz im rötlichen Lavagestein zum Meditieren. Plötzlich sprach jemand zu mir über die Veränderungen auf der Erde, die Feuerkraft,…. Das war sehr seltsam für mich, erst später wurde mir klar, das die Göttin Pele mit mir sprach. Ich genoss den Platz sehr, die Ruhe den Sonnenuntergang, das Sternen übersäte Himmelszelt, meine letzte Nacht ganz abgeschieden von jeglicher Zivilisation.

Am nächsten Morgen ging es munter weiter die letzte Etappe meiner herzerfüllenden und veränderten Wanderung.
Aus der Stille, das Leben wieder erwacht,
durch fröhliches Vogelgezwitscher, Bäume und Pflänzlein am Wegesrand lacht,
wie schön ist doch all ihre Pracht.

Dankbar und glückselig kam ich an meinem Auto um 10.00 Uhr an. Und war sehr stolz, daß ich mir vertraut habe und der Stimme meines Herzens gefolgt bin. Und eins ist mir gewiss für mich wird immer und überall reichhaltig gesorgt. Danke.